Je suis Charlie

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Samstag, 4. Januar 2014

Der Duft der Seerosen - Kirsten John

Beim dotbooks Verlag fiel mir vor Kurzem ein eBook auf, das sich sehr interessant anhörte:

"Der Duft der Seerosen" von Kirsten John.
 
Seiten: ca. 314
Verlag: dotbooks Verlag
ISBN: eBook 978-3-95520-422-8





Der Klappentext:

„Endlich erscheint ein anderer Mann, der sie erneut nach dem Codewort fragt.
Waterlily. Hanna wiederholt es auf Deutsch, mehr für sich: Seerose.“

Berlin in den 30er Jahren. Hanna wünscht sich nichts anderes, als ein normales Leben zu führen: mit den Freundinnen ins Café gehen, ihren Freund Moritz ins Museum begleiten, von einer glücklichen Zukunft träumen. Doch dann tauchen sie überall in den Schaufenstern auf – die Schilder, auf denen „Juden unerwünscht“ steht. Bald gibt es keine Freundinnen an Hannas Seite mehr, und ihre unschuldigen Gefühle für Moritz können ihn in große Gefahr bringen. Doch was kann man tun, wenn das Unfassbare Tag für Tag näher rückt? Hanna fasst einen mutigen Entschluss …
 

Ein Roman über das Grauen, das sich in unser Leben schleichen kann, und die Hoffnung, die stärker ist als alles andere. 

Kaum hatte ich angefangen, musste ich das Buch auch schnell zu Ende lesen,weil ich einfach gefesselt war von dem Geschehen. Es ist ein sehr intensives Buch, das mich wirklich beeindruckt hat.

Der Leser begegnet Hanna, der Protagonistin, als sie gerade dabei ist, einen Dampfer nach Amerika zu betreten, ihr Losungswort: Waterlily.

Auf diesem Schiff fährt sie als Begleitung von Hans, einem Schifsoffizier, der ihr diese Fluchtmöglichkeit angeboten hat, als es auf Grund der immer größeren Präsenz der Nazis in Amsterdam für sie, eine deutsche Jüdin, zu gefährlich wird. Dieses Schiff scheint trotz des fehlenden Affidavits, das sie allen Bemühungen zum Trotz nicht bekommen konnte, ein Weg in die Sicherheit zu sein.

In Rückblicken erlebt man als Leser mit, wie Hannas Leben in Berlin durch die Nazis und ihr Gedankengut immer schwerer und gefährlicher wird. Schließlich kann sie ihre Augen nicht mehr davor verschließen und flieht nach Amsterdam. Alle Menschen, die ihr etwas bedeutet haben, muss sie zurücklassen, ohne zu wissen, ob sie sie jemals wiedersehen wird.

Als die Situation in Amsterdam sich immer weiter verschärft, bleibt ihr keine Wahl mehr und sie nimmt das Angebot von Hans an, ohne genau zu wissen, worauf sie sich eigentlich einlässt. Erst an Bord wird ihr langsam klar, auf was sie sich genau eingelassen hat, auch hier, parallel zu den Geschehnissen in ihren Rückblicken, keimt langsam die Erkenntnis auf, wie zerbrechlich die Sicherheit ist und wie wenig man seinem Schicksal entrinnen kann. Manchmal sind es Ruhe und die Gewissheit, welcher Schrecken einen erwartet, die das Gefühl von Sicherheit ausmachen.

Hanna ist mir in diesem Buch sehr nahe gekommen, die Ausweglosigkeit ihrer Situation und das langsame Erkennen dessen, was passieren wird und wie sie trotz Allem versucht, einen Weg für sich zu finden, den sie gehen und mit dem sie leben kann, haben mich sehr beeindruckt.

Keine leichte Kost, aber ein intensives und gut geschriebenes Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

 ★★★★★

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