Je suis Charlie

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Freitag, 3. Januar 2014

Die Buddenbrooks - Thomas Mann


 

Thomas Mann - Buddenbrooks

Verfall einer Familie
In der Fassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-596-90400-6


Damit es nicht langweilig wird, kommt doch gleich noch eine Rezension hinterher, damit mir auch jeder glaubt, dass ich schon mehr als ein Buch gelesen habe.
Diesmal sind es die Buddenbrooks. Bis ich mich an sie rantraute, vergingen allerdings einige Jahre, da ich in der Schule eine recht abschreckende Begegnung mit dem "Tonio Kröger" von Thomas Mann hatte. Damals hatte ich beschlossen, dass Thomas Mann und ich offensichtlich eine so unterschiedliche Vorstellung von ansprechender Literatur hatten, dass unsrere Wege sich künftig nicht mehr kreuzen würden.

Nachdem ich mittlerweile in Lübeck wohne, eine Stadt, in der man den Buddenbrooks ja nicht wirklich aus dem Weg gehen kann und nachdem ich auch bereits im Buddenbrookhaus gewesen bin, fasste ich mir nun doch ein Herz und gab Thomas Mann im Rahmen einer wirklich interessanten Leserunde bei LovelyBooks zumindest mit den "Buddenbrooks" eine zweite Chance.
Ob ich mich nun allerdings auch noch mal an den "Tonio Kröger" traue, nachdem mir die Buddenbrooks wirklich gefallen haben, weiß ich nicht, wobei es ja eigentlich schon interessant wäre, zu sehen, ob es damals an mir lag und wir heute auch miteinander klarkommen würden oder ob es wirklich das Buch war. Mal gucken, was da kommt, hier stehen tut er noch, dieselbe alte Ausgabe von damals.
Aber nun zurück zu den Buddenbrooks, um die geht es hier ja primär:

Mit Sicherheit sollte man sich den "Buddenbrooks" selbst mit einer gewissen Ruhe und Muße widmen, um das Buch wirklich genießen zu können.

Ich habe es als wunderbares und interessantes Gesellschaftsportrait empfunden, das eine erfolgreiche Kaufmannsfamilie, somit Angehörige des hanseatischen Großbürgertums durch die Jahrzehnte von der Mitte des 18 Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts begleitet.

Die Familie Buddenbrook, die eine recht bedeutende gesellschaftliche Position in Lübeck inne hat, wird in ihrem gesellschaftlichen und politischen Umfeld begleitet. Es ist faszinierend, zu sehen, was damals das gesellschaftliche Leben bestimmt hat und wie sehr man sich diesen Zwängen auch untergeordnet hat. Das gesamte Leben war streng geregelt, man unterwarf sich den gesellschaftlichen Konventionen und tat sein Möglichstes, um den Ruf der Familie zu wahren.
Nicht alle Mitglieder der Familie sind diesem Druck gewachsen, der auf ihnen allen lastet, einige zerbrechen daran und langsam wird deutlich, dass der Fall der Familie Buddenbrook nicht mehr aufzuhalten ist.

Es finden sich interessante und gut ausgeführte Charaktere, die ebenso wie die intensiven und lebendigen Beschreibungen, den Leser in das Geschehen hineinziehen und ihn an das Buch fesseln. Viele Dinge erscheinen einem aus der heutigen Sicht unvorstellbar, manchmal jedoch merkt man auch, dass die menschliche Natur sich letztlich im Laufe der Jahrhunderte nur wenig verändert hat.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich bin froh, dass ich mich doch rangetraut habe!

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