Je suis Charlie

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Mittwoch, 8. Januar 2014

Jenseits der Untiefen - Favel Parrett



"Jenseits der Untiefen" war für mich eine ganz große positive Überraschung, da die sehr auseinandergehenden Meinungen zu diesem Buch mich etwas vorsichtig in meiner Erwartungshaltung gemacht hatten.

 Die Buchbeschreibung hatte mich jedoch neugierig gemacht:

"Draußen, jenseits der Untiefen, jenseits der sandbödigen Buchten, kommt das dunkle Wasser - schwarz, kalt und tosend..."
Die Brüder Joe, Miles und Harry wachsen an der tasmanischen Küste auf. Ihr Leben ist geprägt vom Meer: vom Muscheltauchen, von den Gezeiten, vom unendlichen Glücksgefühl beim Ritt durch die Wellen. Nur der kleine Harry fürchtet die See und sammelt lieber Meeresschätze am Strand. Fürchten müssen die Jungen auch den Vater, der - ähnlich dem Meer - wild und unberechenbar ist. Keiner durchschaut den verbitterten Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt. Miles sorgt liebevoll für seinen jüngeren Bruder und versucht ihm Geborgenheit zu geben. Aber am Ende reichen brüderliche Fürsorge und Strandschätze nicht aus...
Eine unvergessliche Geschichte über das Meer, Geschwisterliebe und die Zerbrechlichkeit junger Menschen.
 Jenseits der Untiefen von  Favel Parrett 
Gebundene Ausgabe: 219 Seiten 
Verlag: Hoffmann und Campe; Auflage: DEA, (16. August 2013) 
ISBN-10: 3455404340
  


Eins ist dieses Buch gewiss nicht und das ist massenkompatibel. Es ist kein gefälliges nettes Werk, das dem Geschmack der Masse angepasst ist und einen freundlich lächelnd in ein verträumtes Paradies entführt.

"Jenseits der Untiefen" ist ein in kurzen und prägnanten, teilweise fast nüchternen Sätzen geschriebenes Buch, das seinen eigenen Sog entfesselt und den Leser in das Geschehen hinein zieht.
Die Dramatik, die das ganze Buch bestimmt, zieht sich durch bis zur letzten Seite, sie packt den Leser und gibt ihn erst am Ende, erschüttert und atemlos, wieder frei.

Mit Sicherheit ist es auch genau dieser Schreibstil, an dem sich die Geister scheiden. Entweder man mag ihn oder er schreckt einen ab, aber er lässt einen nicht kalt. Wenn man sich auf ihn einlassen kann, wird man mit einer unwahrscheinlich intensiven Erzählung belohnt.

Die Geschichte um Miles, Harry und ihren Vater, die an der Küste leben und dort unter schwersten Bedingungen versuchen vom Fischfang zu überleben, erinnerte mich von der Stimmung her teilweise an das erste Mal, als ich "Der alte Mann und das Meer" von Hemingway las, wobei ich "Jenseits der Untiefen" vom menschlichen Aspekt her als düsterer empfinde.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich konnte es kaum aus der Hand legen, empfehlen kann ich es allerdings nicht jedem, weil der Schreibstil schon etwas Besonderes ist.

 ★★★★★


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