Je suis Charlie

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Mittwoch, 5. Februar 2014

Im Garten der verlorenen Träume - Nadja Reinbach

 Und wieder einmal hatte ich das Glück bei einem eBook aus dem dotbooks-Verlag gut gewählt zu haben.




Im Garten der verlorenen Träume von Nadja Reinbach 
Verlag : dotbooks Verlag 
ISBN: 9783955203450


Hier einmal die Buchbeschreibung

»Wir gehen zusammen nach Rom«, schlug sie vor. Doch Ettore schüttelte abwehrend den Kopf. »Niemals. Ich kann das Haus und den Obstgarten nicht verlassen, meine Mutter …« »Deine Mutter«, rief Emilia wütend, »deine Mutter ist tot …« »Meine Mutter hat sich nie beklagt und ich bin es ihr schuldig, ihr Vermächtnis nicht einfach aufzugeben.« Mitte des 20. Jahrhunderts: Die schöne Emilia hat sich nie in dem kleinen Ort Azzano im Nordosten Italiens willkommen gefühlt. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, in das schillernde Rom zurückzukehren. So ringt Emilia ihrem Mann Ettore das Versprechen ab, mit ihr nach Rom zu kommen, sollte sie dort einen Mäzen für seine ausgefallenen Taschen finden. Tatsächlich gelingt es ihr, einen Förderer von Ettores Kunst aufzutun, aber dieser verlangt einen hohen Preis. Emilia muss sich der Frage stellen, ob sie bei diesem Handel nicht gar einen Teil ihrer Seele aufgeben würde. Ein ergreifender Roman über eine starke Frau in einer unruhigen Zeit.

 Ich muss gestehen, dass ich erst einige Zeit um dieses Buch herumschlich, bis ich mich dann doch erst einmal auf die Leseprobe einließ. Als ich mich dann doch zum Lesen entschloss, wurde ich wieder einmal sehr positiv überrascht.

Meine ursprüngliche Befürchtung, dass es in der Hauptsache darum gehen könnte, welchen Preis eine Frau zu zahlen ist, um diejenigen zu schützen und zu unterstützen, die sie liebt, entpuppte sich als nicht zutreffend. Diese Frage zieht sich zwar auch mit durchs Buch, aber es ist auch eine fesselnde Geschichte über eine starke Frau, in einer schweren und turbulenten, dabei aber auch sehr interesanten Zeit, die ihren Weg geht, ohne sich selbst zu verlieren und ohne das aus den Augen zu verlieren, was wirklich zählt.

Emilia, die im Dorf ihres Mannes Ettore, dem Schuster des Ortes, nie wirklich als zum Dorf dazugehörig anerkannt worden ist, zieht es mit Ettore und ihren Söhnen zurück nach Rom, wo auch immer noch ihre Eltern wohnen. Hier hofft sie, dass Ettore seine Taschen, die er mit viel handwerklichem Geschick und großer Raffinesse herstellt, erfolgreich verkaufen und ihre Söhne eine gute Schulbildung erhalten können.

Im Ladenbesitzer Benedetto, findet sie jemanden, der bereit ist, Ettores Taschen auf den Markt zu bringen, allerdings sind an dieses Angebot bestimmte Bedingungen geknüpft, die Emilia erfüllen soll. Kann sie es mit sich vereinbaren, dieser Forderung nachzugeben? Was bedeutet dies für ihre Liebe zu Ettore?

Die Zeit ist insgesamt geprägt vom Einfluss und der Politik Mussolinis und so ist es in Rom nicht ganz sicher für Emilias kleine Familie, da ihre Eltern, bei denen sie wohnen, als Staatsgegner bekannt sind. Immer mehr werden Emilia und Ettore in den Strudel der Ereignisse hineingezogen, sie verlieren einander über den Anforderungen des Alltags und durch den Krieg und es stellt sich manches Mal die Frage, wie es weitergehen soll und weitergehen kann.

Mir hat das Buch gut gefallen, es ist ein intelligentes und fesselnd geschriebenes Bild der Zeit mit eindringlich beschriebenen starken Charakteren, deren Schicksal man als Leser mit Spannung und ein wenig Bangen verfolgt. Die Frage nach der Liebe zu einem anderen Menschen mit all ihren Facetten, zieht sich als roter Faden durch das ganze Buch und schließlich erkennen nicht nur Emilia und Ettore, worauf es wirklich ankommt.

 ★★★★


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