Je suis Charlie

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Sonntag, 16. Februar 2014

Jugendbücher - was macht für Euch ein gutes Kinder- und Jugendbuch aus?

Bei Wikipedia stolperte ich über ein Zitat von Maurice Sendak, das mich sehr beeindruckt hat und meines Erachtens auch gut beschreibt, was ein wirklich gutes Jugendbuch ausmacht:

Es sollte mehr ernsthafte Bücher für Kinder geben. Es ist erniedrigend für ein Kind, wenn man so schreibt wie für einen Idioten. Ich glaube, man kann alles für Kinder schreiben, viel freier als für Erwachsene, denen man zu viele Lügen erzählen muss.“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Sendak)

Ich glaube, dass das den Kern des Ganzen gut trifft, Kinder und Jugendliche wollen und sollten ernst genommen werden.

Wie soll ein (junger) Mensch lernen, Dinge richtig einzuschätzen und richtige Entscheidungen zu treffen, wenn man ihn nicht ernst genug nimmt, um auch unschöne Dinge anzusprechen? Wenn man alle Entscheidungen für ihn trifft und ihn nur noch "Ja" sagen lässt?

Wie soll man Situationen richtig einschätzen, wenn einem immer Lügen erzählt werden, damit man nicht zu früh mit der Realität des Lebens konfrontiert wird? Auch die Schattenseiten gehören zum Leben dazu und auch mit diesen muss man sich auseinandersetzen und auch das kann auf eine verständnisvolle Art erfolgen, ohne dass man die Dinge mit Lügen verschleiert.

Wie soll man als junger Mensch lernen, sich selbst ernst zu nehmen, wenn man in Büchern immer nur auf irgendwelche Figuren trifft, die geradezu Klischees ihrer selbst sind und die mit normalen Menschen und ihren vielfältigen Facetten wenig zu tun haben?

Wie soll man lernen, sich selbst nicht nur zu akzeptieren, sondern sich selbst sogar zu mögen, wenn in allen Büchern die Helden immer vollkommen sind und ihre Probleme sich geradezu von selbst erledigen, weil sie schön sind und ihnen die Welt zu Füßen liegt?

Wie soll man als junger (oder auch älterer) Mensch verstehen, dass es tatsächlich Menschen gibt, für die man einfach schön ist, bloß weil man so ist wie man ist, obowhl man nicht so aussieht, als sei man gerade einem Magazin entsprungen?

Und nicht zuletzt, wie soll man sich akzeptieren, wenn man tatsächlich anders ist, wenn man nicht so liebt, wie die Masse liebt, wenn man als Mädchen eben nicht den Footballstar anhimmelt oder als Junge eben nicht den Captain der Cheerleader?

Ich glaube, dass Bücher, die all diese Facetten zeigen und auf eine sensible Weise damit umgehen, gute Bücher sind, weil sie die Jugendlichen ernst nehmen.

Wie steht Ihr dazu, was macht für Euch ein gutes Jugendbuch aus?Ich freue mich über jede Meinung dazu!

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