Je suis Charlie

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Freitag, 14. November 2014

Im Hause Longbourne - Jo Baker

Hier ein Buch, das mir nicht nur sehr gut gefallen hat, sondern das auch Schuld daran sein wird, dass ich mich in den nächsten Tagen noch einmal ein wenig näher mit einigen Aspekten der damaligen Zeit befassen werde. Dieses Buch ist voller kleiner Merkzettel, weil es so viele Dinge gab, die mir zu denken gegeben haben und bei denen ich noch etwas stöbern möchte, was ich noch an Informationen dazu finde.




Im Hause Longbourne von Jo Baker
Verlag : Knaus Albrecht 
ISBN: 9783813506167

Inhalt

Wiedersehen mit der Familie Bennet aus „Stolz und Vorurteil“ - Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, ihren berühmten Roman über die Sorgen der Familie Bennet, für die fünf Töchter geeignete Ehemänner zu finden. Doch niemand weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah über Wäschebottichen und Töpfen ab. Aber sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Hausdieners James ein Zeichen? Während Elizabeth Bennet und Mr Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt im Hause Longbourn noch ein ganz anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft. Jo Baker erzählt Jane Austens bekanntesten Roman von einer ganz anderen Seite: der der Dienstboten. Und zeigt, dass deren Dramen jenen der Herrschaften in nichts nachstehen.


Einmal vorweg - ich liebe "Pride and Prejudice", das ich schon xmal gelesen und auch xmal in verschiedenen Variationen gesehen habe. Aus diesem Grund war ich sehr sehr gespannt, so als Hardcore - Fan ja hat man durchaus eine gewisse Erwartungshaltung und auch Angst, enttäuscht zu werden.
Kurz - ich finde, dass es der Autorin sehr gut gelungen ist. Ich konnte die Handlung des einen Buches gut mit der des anderen in Einklang bringen und hatte das Gefühl, dass es so passte. Ich genieße die ursprüngliche Geschichte noch immer, diese Erzählung hier hat mich allerdings dazu gebracht, mir einige Dinge noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Scheinbar nebensächliche Sätze, die die Autorin Jo Baker hier in "Im hause Longbourne" aus "Pride and Prejudice" zitiert, sehen aus der Perspektive der Dienstboten und der anderen weniger begünstigten Mitglieder der Gesellschaft doch auf einmal ganz anders aus. Da ist es dann auf einmal kein "Nebensatz" mehr, da ist es harte, bittere Wahrheit, schwere Arbeit oder etwas sehr Verletzendes.
 Ich habe schon oft überlegt, wie es den "normalen" Menschen zu der Zeit ging, wie deren Leben war. Die Menschen, die weder so arm waren wie die meisten Protagonisten der Bücher von Charles Dickens noch so gut versorgt wie die der Bücher Jane Austens. In diesem Buch wird vieles angesprochen und ein sehr vielfältiges und klares Bild der Lebenssituation dieser Menschen gezeichnet, wobei dies alles in eine sehr schöne Geschichte um die Liebe des Dienstmädchens Sarah zum Hausdiener James eingebettet ist.

Sarah und James sind zwei sehr starke und liebenswerte Charaktere, auch wenn man bei James ein wenig Zeit braucht, um ihn kennenzulernen. Doch auch das Treffen mit altbekannten Figuren bringt Spaß, auch diese sind für mein Empfinden sehr treffend und überzeugend eingefangen worden. Hier wird dann auch ein wenig am Lack gekratzt und man entdeckt, dass diese Figuren alle sehr menschlich sind und auch sehr menschliche Fehler haben. Eine kleine Unachtsamkeit hier, die verletztend wird, ein kleiner Fehltritt dort mit großen Folgen, ... alle Facetten des menschlichen Lebens finden sich hier und fügen sich überzeugend in das Geschehen ein.
Mir hat das Lesen dieses Buches sehr viel Spaß gebracht, ich habe es gerne gelesen und es hat definitiv meine Neugierde geweckt, ich kann es auf jeden Fall empfehlen!

★★★★★

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