Je suis Charlie

Je suis Charlie

Montag, 12. Januar 2015

Je suis...



 Im Gedenken an alle Toten derTerrorakte von Paris, 
unabhängig von ihrer Religion, ihrer Hautfarbe und ihrer Nationalität





Je suis Charlie, je suis Ahmed, je suis juif....und vor allem anderen bin ich ein Mensch. Ein Mensch, der absolut geschockt ist von der Skrupellosigkeit und Brutalität mit der in den letzten Tagen Menschen mitten in einer Stadt umgebracht wurden, die ich immer mit Sicherheit und - dank eines unvergesslichen Studiensemesters dort- einem Gefühl von Heimat verbunden habe.
Dieses Gefühl der Sicherheit  ist weg, das ist klar, auch wenn es mir immer noch unvorstellbar erscheint, was dort passiert ist.
In den letzten Tagen habe ich viele viele Artikel gelesen, viele Diskussionsbeiträge, eigentlich alles, was ich zum Thema finden konnte.
Man kann nun für sich persönlich zu den Karikaturen Charlie Hebdos stehen wie man will, Fakt ist jedoch, dass hier Menschen dafür umgebracht wurden, dass sie ihre Meinung geäußert haben. Respektlos, schnodderig, ja. Definitiv. Darf man das kritisieren? Ja. Trotzdem gibt dies keinem Mensch das Recht, sie dafür umzubringen. Sie haben ihre Meinung geäußert, die kann ich teilen oder nicht, aber es war und ist ihr Recht. Genauso habe ich ja auch das Recht, meine Meinung zu äußern, was ich hier ja auch gerade tue.  Die Redakteure von Charlie Hebdo hinterfragten alles und respektierten nichts, doch auch das war ihr Recht.
Eine Zeitung ist ein Sprachrohr, eine Zeitung informiert, eine Zeitung darf provokant sein, eine Zeitung darf kritisieren und eine Meinung vertreten, das nennt sich Pressefreiheit.
Ich muss nicht alles gut finden, was in einer Zeitung steht, ich muss sie auch nicht kaufen, wenn sie nicht meine Meinung vertritt oder für mein Empfinden die falschen Werte vermittelt, für mich wird es aber immer wichtig sein, dass alles gedruckt werden darf. Das Recht auf Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, das sind Grundrechte, die in allzu vielen Ländern nicht gegeben sind. Manchmal ist uns gar nicht mehr bewusst, wie wichtig diese Rechte sind, bis jemand sie uns nehmen will. Letzten Mittwoch wurde den Mitarbeitern von Charlie Hebdo dieses Recht genommen und weitere Menschen verloren ihr Leben, weil sie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren, als die Redaktion im Namen des Islam gestürmt wurde. Wie kann es im Namen des Islam sein, wenn auf der Straße ein Mann ganz beiläufig und ohne jeden Grund ermordet wurde, der ebenfalls Moslem war?



 

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