Je suis Charlie

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Montag, 20. April 2015

Madame Picasso - Anne Girard



Wieder einmal ein Buch aus dem Aufbau Taschenbuch Verlag, das mir wirklich gut gefallen hat:




Madame Picasso von Anne Girard 
Verlag : Aufbau TB 
ISBN: 9783746631387

Inhalt:

Als die junge Eva Gouel im Jahr 1911 aus der Provinz nach Paris kommt, ist sie voller Ehrgeiz und Träume von einem selbstbestimmten Leben. Es gelingt ihr, im legendären Moulin Rouge ihren Weg als Kostümschneiderin zu machen. Am Montmartre, inmitten der europäischen Avantgarde, begegnet sie Pablo Picasso, dem aufstrebenden Stern der Kunstszene, dessen Anziehungskraft sie sich kaum erwehren kann. Was als leidenschaftliche Affäre beginnt, wird schon bald zu einer großen Liebesgeschichte, die ein tragisches Ende nimmt.


Dieses Buch ist keine Biographie im strengen Sinne, sondern es ist ein Liebensroman, der sich an der Beziehung Picassos zu Eva Gouel, seiner zweiten Lebensgefährtin, orientiert. Wer ein Buch über Kunst und Kultur mit Informationen zu Picasso und Eva möchte, wird mit diesem Buch vermutlich eher weniger glücklich werden. In diesem Buch geht es wirklich in der Hauptsache um Eva und Picasso und ihre Beziehung.

Es ist eine sinnliche und leidenschaftliche Beziehung, die für mein Empfinden gut in diesem Buch dargestellt wird, keine sachliche Darstellung, sondern eine gefühlvolle und detailreiche Schilderung der gemeinsamen Zeit der Beiden, die allerdings durch den frühen Tod Evas geprägt ist.
Das Buch fängt die Stimmung der turbulenten Zeit dieser Gruppe um Getrude Stein und natürlich Picasso rund um den ersten Weltkrieg ein.

Ich muss gestehen, dass mich diese Zeit seit dem Lesen von Hemingways "A moveable Feast" (Paris -  Ein Fest fürs Leben) unwahrscheinlich fasziniert und dies nicht das erste Buch ist, das ich dazu gelesen habe, aber es gehört auf jeden Fall zu denen, die ich mit Sicherheit noch einmal in die Hand nehmen und erneut lesen werde, weil es für mich auf eine unterhaltsame und lockere Weise viel von dem bunten Treiben damals schildert und mich die Geschichte von Eva und Picasso berührt hat.
Okay, ja, es hat mich so sehr berührt, dass ich das Buch gen Ende erst einmal zur Seite legen und mir Mut machen musste, weil ich nicht wollte, dass es so endet, wie das Schicksal es nun einmal tatsächlich bestimmt hat. Hier wurde mir wieder einmal die unschöne Diskrepanz zwischen Fiktion und Realität deutlich, jedes andere Buch hätte ich frustriert weggelegt, wenn es mir bei den Gefühlen der Beiden zueinander nicht ganz klar ein Happy Ever After geliefert hätte - allein, hier war das Ende vorgegeben.

Wer sich auf einen schönen Liebesroman einlassen und ins Paris der damaligen Zeit entführen lassen möchte oder mit Pablo und Eva den Salon von Getrude Stein besuchen will, der ist bei diesem Buch richtig.

★★★★


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