Je suis Charlie

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Samstag, 6. Juni 2015

Die Straße der Geschichtenerzähler - Kamila Shamsie











Die Straße der Geschichtenerzähler von Kamila Shamsie  
Verlag : Berlin Verlag 
ISBN: 9783827012289



Inhalt: 

Ein reicher, sinnlicher Roman über eine junge Engländerin, die 1914 zu Ausgrabungen nach Labraunda reist und dort dem Archäologen Tahsin Bey begegnet. Ein Roman voller Exotik, eine Liebesgeschichte, die sich vor dem Hintergrund antiker Ausgrabungen und den Wirren des Ersten Weltkriegs entfaltet. Juli 1914. Vivian Rose Spencer hastet über die antiken Pflastersteine den Hang hinauf, unter Feigen und Zypressen hindurch, und stolpert fast unversehens in ihre erste Entdeckung. Tahsin Bey, ein Freund ihres Vaters, hat sie eingeladen, an den Ausgrabungen von Labraunda teilzunehmen. An diesem sagenhaften Ort, in dem strahlenden Licht Kariens lässt sie die strengen Konventionen ihrer Heimat weit hinter sich und wird auch Tahsin Bey auf ganz neue Weise begegnen. Juli 1915. Der junge Paschtune Qayyum Gul kehrt verwundet aus dem Krieg zurück; Vivian folgt einer Spur ihres verschwundenen Geliebten. In einem Zug nach Peschawar treffen die beiden aufeinander, nicht ahnend, dass ihre Geschicke sich auf immer verbinden und sie eines Tages, in der Straße der Geschichtenerzähler, wieder zusammenführen werden. Kamila Shamsie hat einen fesselnden Roman über Liebe und Verrat, über Unterdrückung und das Streben nach Freiheit, geschrieben. Voll sinnlicher Details – die blühenden Gärten Peschawars, der Geruch nach Tabak, Erde und Feigen – ist »Die Straße der Geschichtenerzähler« ein Stück erfahrbare Geschichte, ein leidenschaftlicher, dringlicher Roman.



Dieses Buch hat mich auf eine Achterbahn der Gefühle mitgenommen. Es ist ein unwahrscheinlich intensives Buch, das den Leser mitnimmt in die Zeit nach der Jahrhundertwende, auf eine Reise, die 1914 in Labraunda, im Südwesten der heutigen Türkei beginnt und 1930 in Peschawar endet.

Als Leser begleitet man Vivian, eine junge englische Archäologin, auf ihrer Reise und erlebt mit ihr den alle sozialen und nationalen Grenzen überschreitenden Zusammenhalt unter Gelehrten, unter Menschen, die sich der Geschichte und ihrer Suche nach deren Zusammenhängen verschrieben haben, die Schrecken des ersten Weltkrieges und dessen Folgen für ihre Gemeinschaft, sowie das Leben der Einheimischen unter der Kolonialherrschaft der Briten in Peschawar.

Selten wurde mir so deutlich, wie eingeschränkt und von Männern dominiert das Leben der Frauen damals war, selten habe ich so gewütet und war so geschockt, als ich las, wie die Briten ihre paschtunischen Soldaten behandelten, wie respektlos mit den Menschen umgegangen wurde, die ihr Leben für Ideale und Ziele ließen, die nicht die ihren waren. Auch die Grausamkeit, mit der den Paschtunen durch die Briten begegnet wurde, machte ich manches Mal sprachlos.

All dies ist eingebettet in eine überzeugende und spannende Geschichte um Vivian, ihren Schüler Najeeb und dessen Bruder Qayyum. Die Art und Weise, wie die Autorin diese Figuren zusammenführt, um sie dann wieder auseinander zu bringen und sich wieder begegnen zu lassen, während sie dabei die Handlung immer eindringlicher werden lässt, hat mir sehr gut gefallen. Die letzten Seiten habe ich in panischer Angst um "meine" liebgewonnenen Protagonisten verbracht, während ich durch die Seiten flog, um zu sehen, ob meine schlimmsten Befürchtungen sich bewahrheiten...

Ein tolles Buch, das mich gefesselt und bewegt hat und das ich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal in die Hand genommen habe.

 ★★★★★


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