Je suis Charlie

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Dienstag, 23. Februar 2016

Frostgras - Angelika Lauriel



Erinnert Ihr Euch noch an das Buch Schwerelos mit Dir von Angelika Lauriel? 

Da mir das ja ausgesprochen gut gefiel, freute ich mich, als ich die Möglichkeit bekam, Frostgras zu lesen, ein früheres Buch der Autorin, das mir vom Klappentext her schon einmal sehr gut gefiel:






Frostgras von Angelika Lauriel
Verlag : Schwarzkopf & Schwarzkopf 
ISBN: 9783862652471 


Inhalt:

Die Begegnung mit einem Unbekannten, dessen Blick sie berührt, stellt das Leben der 18-jährigen Julia auf den Kopf. Als sie sein Notizbuch findet und darin auf poetische Texte und Zeichnungen stößt, die sie auf eigenartige Weise aufwühlen, ahnt sie, dass mehr dahinter steckt als eine Schwärmerei für einen hübschen Jungen. Eigentlich sollte Julia rundum zufrieden sein. Sie beginnt gerade ein Psychologiestudium, hat mit Paul einen treuen Freund, den sie schon seit Sandkastentagen kennt, und nabelt sich langsam, aber sicher von ihrer besitzergreifenden Mutter ab. Doch Julia ahnt, dass das fremde Tagebuch ein Familiengeheimnis birgt, mit dem auch sie verbunden ist. Ihre unermüdlichen Nachforschungen und die unbequemen Fragen, die Julia nicht nur sich selbst, sondern auch Paul und ihrer Mutter stellt, führen sie schließlich auf die Spur einer gigantischen Lüge. Darf sie Jan, den Fremden, lieben und wird sie ihrer Mutter noch trauen können? Julia setzt bei ihrer Suche alles aufs Spiel.


Ich muss zugeben, ich bin bei diesem Buch sehr hin- und hergerissen bezüglich der Bewertung, weil ich die eigentliche Geschichte toll finde und auch die Art wie sie erzählt wird - eigentlich. Und trotzdem habe ich das Buch zwischendurch ewig lange zur Seite gelegt, weil ich mit ihm nicht ganz warm wurde. Warum? Ganz einfach, weil der Schreibstil mir streckenweise einfach ein bisschen zu kitschig, zu süßlich und mit zu viel Pathos untermalt war.

Okay, rein inhaltlich hat es mich auch manchmal auf die Palme getrieben, weil mir einige Charaktere einfach zu schwach und zu egoistisch waren, allerdings war hier eher das Problem, dass sie so gut beschrieben waren, dass es mich immer wieder geschüttelt hat und ich immer wieder das Gefühl hatte, ebenfalls eingeengt zu werden. In dem Fall also eine sehr gelungene Darstellung, da mich das Buch in der Hinsicht definitiv mitgenommen hat.
Und wer ist noch nie jemandem begegnet, der Kindern zu viel aufbürdet, der seine ganz eigenen egoistischen Gründe für etwas hat und dabei die ganze Zeit betont, dass er das ja nur für....wen auch immer getan/gesagt/gedacht/ge-irgendwas-t hat und dass er den anderen einfach nur schützen wollte. Oder vielleicht doch eher sich selbst?
Flucht ist keine Lösung und manchmal muss man anderen auch weh tun und sich frei strampeln, wenn man selbst mit sich ins Reine kommen will.
Manchmal muss man Strukturen aufbrechen, um wieder Luft zu bekommen und um sehen zu können, was man eigentlich wirklich hat.

Der Anfang, so wichtig die Entwicklung für die Geschichte ist, zog sich für mich etwas hin, dies war auch der Teil, in dem ich das Buch immer wieder aus der Hand legte und wieder etwas Zeit verstreichen musste, bis ich es wieder in die Hand nehmen mochte. Ab dem Moment allerdings, in dem Julia endlich anfing, ihr Leben in die Hand zu nehmen und sich aus den engen Grenzen, die ihre Mutter ihr gesteckt hat, zu befreien, flogen die Seiten nur so dahin. Die Intensität, mit der ihre Mutter ihr Leben bis ins kleinste Eck gemanaged hat und sogar Paul hier in einem nicht mehr akzeptablen Rahmen mit eingebunden hat, hat mich ziemlich wütend gemacht, muss ich gestehen.
Das Ende entwickelte sich dann für mein Empfinden recht schnell, war aber in sich rund und passte.

Gute drei Sterne, weil ich das Buch zwar mochte, ich mit dem Stil aber dennoch manchmal Probleme hatte.

★★★

 

 

 

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