Je suis Charlie

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Samstag, 10. Juni 2017

Am Anfang war Gewalt: Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik von Mark Jones










Blurb:

Der Historiker Mark Jones schildert die dramatische Gründungsphase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie eine anfangs friedliche Revolution in einer Reihe von Tabubrüchen endet, einschließlich des Mordes an Frauen und Kindern durch Soldaten der sozialdemokratisch geführten Regierung. Diese Erfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend – bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes.

Anhand neu erschlossener Archivquellen, darunter zahlreiche Berichte von Zeitzeugen, führt Mark Jones den Leser an die Orte der staatlich legitimierten und ausgelösten Gewaltexzesse dieser Zeit und lässt die Stimmen der Täter, ihrer Opfer und deren Familien lebendig werden.



Dieses Buch beschäftigt sich intensiv mit der Gründungsphase der Weimarer Republik mit besonderem Blick auch auf die Revolution und deren Folgen, bzw. auch der anschließenden Eskalation der Gewalt.

Auch wenn man durchaus ein wenig Vorwissen mitbringen sollte, um im politischen Bereich den Überblick zu behalten, wer wann wo und was getan oder geäußert hat, ist dieses Buch auch für den Laien gut zu verstehen.
Es ist ausgesprochen gut lesbar, absolut nicht trocken und verstaubt, sondern locker und einfach wie eine Erzählung zu lesen.
Was mir gut gefällt, ist die Art und Weise, wie Mark Jones die Ereignisse der Zeit auch in den europäischen Kontext stellt und ihre Bedeutung dafür auf eine klare und verständliche Weise erläutert. 




Interessant sind auch Einblicke in das tägliche Leben und das Denken der Menschen auf der Straße durch Quellen wie Tagebucheinträge und dergleichen, die einem das ganze Geschehen noch einmal näher bringen und es direkter und deutlicher werden lassen. Politik aus der Sicht des einfachen Bürgers und der Einfluss, den diese Politik auf das Alltagsleben hat.

Hauptaugenmerk des Buches liegt allerdings natürlich auf dem Forschungsschwerpunkt des Autors, der sich intensiv mit der Erforschung des Zusammenhangs zwischen Gewalt und der politischen Kultur Deutschlandsa im frühen zwanzigsten Jahrhundert befasst. Mark Jones, einer der erfolgreichsten, jungen Historiker Irlands, der zur Zeit gerade als Research Fellow an der Freien Universität Berlin tätig ist, belegt in diesem Buch, dass und wie durch die Gewaltexzesse der Zeit während und nach der Revolution von 1918/19, die gesellschaftliche Basis für die Schrecken des Dritten Reichs geschaffen wurde.





Das Buch überzeugt durch seine umfassende Darstellung der Ereignisse und den gut verständlichen Schreibstil, der das Buch auch für Nicht-Geschichtsfreaks zu einer gut zu lesenden Lektüre werden lässt.



★★★★



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