Je suis Charlie

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Donnerstag, 27. Juli 2017

Blogtour mit Gewinnspiel - Ein unmöglicher Mord von Rob Reef





BLOGTOUR



*Ein unmöglicher Mord*

von 

*Rob Reef*



Inhalt:

England, 1938: Der Literaturprofessor und Gelegenheitsdetektiv John Stableford freut sich auf ein paar unbeschwerte Tage in der Bibliothek seines Schwiegervaters, dem Vikar von Upper Biggins. Doch als seine Schwägerin im Garten des Pfarrhauses einen mit einem Hakenkreuz markierten Golfball findet, ist es mit der Idylle schlagartig vorbei. Der skandalöse Fund führt John in das benachbarte Herrenhaus, wo ihn sein Freund Dr Holmes erwartet. Noch am selben Abend bricht der Hausherr Sir Edmund Rogie unter rätselhaften Umständen während eines Banketts zusammen. Doch damit nicht genug. Am folgenden Tag geschieht ein Mord, der so unmöglich zu sein scheint, dass Stableford an seinem Verstand zu zweifeln beginnt.



Wieder einmal zeigt sich Rob Reef auch in diesem Band der  Stableford-Krimis, dass er einfach richtig gute Krimis schreiben kann.

Wer intelligente Krimis im Stil der klassischen britischen Kriminalliteratur liebt, wird auch die Bücher von Rob Reef lieben. Gekonnt spielt er mit den Klischees des Genres und lässt Anspielungen auf die Werke Agatha Christies und anderer bekannter Autoren einfließen. Geschickt aufgebaut, intelligent konstruiert und gut geschrieben, ist auch dieser Band wieder, ebenso wie seine Vorgänger, ein echter Lesegenuss, wobei man dem Buch sowohl von der schönen Aufmachung mit dem farbigen Schnitt als auch vom Inhalt her, immer wieder anmerkt, dass hier ein Autor am Werk ist, der Bücher und das Lesen liebt.

Zwischendurch zeigt Rob Reef dem Leser auch in diesem Buch immer wieder, dass seine Charaktere sich dessen bewusst sind, wie sehr das von ihnen erlebte Geschehen an einen Kriminalroman erinnert. Immerhin sind Landhausmorde, wie auch Stableford feststellt, ein beliebtes Motiv für einen klassischen Krimi. Allerdings gelingt es, entgegen seiner Ansicht, dass das möglich sein sollte, in diesem Fall nicht allen Anwesenden ein Wochenende auf dem Lande unbeschadet zu überstehen...


Ganz im Sinne des Fair Play, versteckt der Autor die Hinweise auf den Täter so geschickt, dass man als Leser eifrig am Miträtseln ist, immer überzeugt, jetzt endlich zu wissen....oder doch nicht. Ebenso wie auch Stableford, ging es auch mir des Öfteren so, dass gerade mein letzter Verdächtiger sich irgendwie doch als unverdächtig erwies. Oder vielleicht doch nicht? Wieder einmal arbeiten die berühmten, kleinen, grauen Zellen auf Hochtouren!

Ein unmöglicher Mord ist ein weiterer spannender, humorvoll und intelligent geschriebener Roman in der Reihe um Stableford und Harriet, immer mit dabei ist natürlich auch Holmes, mit dem Stableford bei der Lösung seiner Fälle zusammen arbeitet. Oder Holmes mit ihm, wie auch immer.
Das Geschehen lehnt sich an reale historische Ereignisse an, auch hier überzeugt der Autor wieder mit Sachkenntnis und bindet diese Ereignisse mit geschickter Hand in das Geschehen ein.

Wie auch die anderen Bücher der Reihe, ist dieses Buch zwar ein Buch, das auch Golfspieler lieben dürften, aber es ist auch ein wunderbarer Krimi, der auch Nicht-Golfspielern viel Freude bereiten wird. Und keine Sorge, hinten im Buch findet sich auch ein Glossar, wenn Ihr also über einen Golfbegriff stolpert, der Euch nicht geläufig ist, einfach hinten nachgucken!



★★★★




Golf? Golf! 

Was hat es denn nun mit diesem Sport eigentlich auf sich, der seit etlichen Jahrhunderten so viele Leute in seinen Bann gezogen hat und auch in unserem Buch hier doch eine ziemlich große Rolle spielt, wie man ja schon dem Namen "Stableford" anmerkt, der sich auf eine bestimmte Zählweise bezieht?

Ich habe selber erst einen Schnuppertag auf dem Golfplatz hinter mir, aber ich dachte, ich gucke mir diesen Sport doch mal im Rahmen dieser Blogtour ein wenig genauer an. Nicht zu genau, weil - wie gesagt, ich bin auch Laie. Und ich weiß, dass wir beim nächsten Golfen mit den Kollegen meines Mannes auch wieder dabei sein werden, weil es irgendwie doch Spaß gebracht hat, auch wenn unsere Schläge nicht immer von unmittelbarem Erfolg gekrönt waren.


video

 

Aber so im Laufe des Tages, gab es dann doch immer öfter mal einen Schlag, bei dem man den Ball traf und er sogar (zumindest annähernd) in die richtige Richtung rollte. Die natürlich ausgesprochen seltenen Male, wo ein Stück Rasen mit durch die Gegend flog....well, don't mention it, right? Wir wurden (fast) alle ziemlich gut darin, in Windeseile Rasen wieder einzufangen und wieder festzuklopfen. Übrigens haben diese herumfliegenden Rasenstücke sogar einen eigenen Namen. Es kommt also wohl nicht nur bei uns des Öfteren vor, dass Rasen herausgeschlagen wird. Die Etikette gebietet auch, diese sogenannten "Divots" wieder einzusetzen und den Boden wieder zu ebnen, damit nachfolgende Golfer keine störenden Kuhlen im Boden vorfinden, die ihr Spiel behindern.

Zeit muss man haben, um Golf zu spielen, weil so eine Runde auf dem Platz bis zum 18. und somit letzten Loch durchaus einige Stunden braucht. Im Netz fand ich Vorgaben von "ungefähr viereinhalb Stunden" oder sowas, auf dem Platz, wo wir waren, war die Rede von fünf bis sechs Stunden. Nicht zuletzt ist das ja auch eine Frage des Könnens. Wer spielen kann, braucht natürlich weniger Schläge und ist schneller am Ziel. Wir haben uns deshalb auch bei unserer ersten Runde lieber an einer verkürzten Strecke versucht und - trotzdem noch ganz schön lange gebraucht!

Es gibt anscheinend einen Golfplatz, auf dem man laut dem Golfsportmagazin für 114m zumindest für die Hälfte des Jahres sogar über eine Stunde, bzw. 65 Minuten braucht. Der Abschlag des neunten Lochs liegt in Kanada und das Grün, sprich, das "Spielfeld" dahinter, auf dem sich auch das zu treffende Loch findet, liegt im US-Bundesstaat North Dakota. Dadurch, dass North Dakota eine Sommerzeit hat und Saskatchewan nicht, sind 65 Minuten für diese 114 m zumindest im Sommer normal.


 

Die Ursprünge des Golfs sind nicht ganz eindeutig geklärt, zwar ist St. Andrews in Schottland einer der ersten bekannten Golfplätze und es deutet vieles daraufhin, dass Golf in dem Sinne, in dem wir es kennen, aus Schottland kommt, aber auch in den Niederlanden, Frankreich, Belgien und sogar im alten Ägypten, Japan und dem alten Rom scheint es zumindest ähnliche Spiele, bzw. dessen Vorläufer gegeben zu haben, wie entsprechende Abbildungen andeuten.

Erhalten geblieben ist uns allerdings in der Hauptsache wohl die schottische Variante, in den Ländern außerhalb der britischen Inseln, wurde Golf wie wir es kennen, erst im Laufe des 19., bzw. 20. Jahrunderts (wieder) eingeführt.

(Quelle: http://www.golf-index.eu/outs/golfgeschichte/language/de)

 

Die Anfänge des Golfs und der dazugehörigen Sportgeräte, sahen allerdings  wohl eher  etwas rustikaler aus. Aus den frühesten Anfängen mit Stöcken und Steinen, entwickelten sich wahrscheinlich noch einige andere Spiele wie etwa Hockey oder Croquet, um nur zwei Beispiele zu nennen. Man muss zugeben, dass das Spielen damit vermutlich noch ungenauer war als bei Anfängern heute, aber wen das Fieber packt, der nimmt alles, was sich bietet.

Okay, Gartengeräte sind vielleicht sicher, aber wer weiß. Immerhin ging die Begeisterung  für Golf im 15. Jahrhundert in Schottland sogar so weit, dass König James II das Schottische Parlament 1457 anhielt, Golf zu bannen, weil das intensive Golfspielen die Leute von ihren Pflichten, insbesondere von ihren militärischen Übungen abhielt. 

Dieser Bann wurde dann sowohl 1471 unter James III und noch einmal 1491 unter James IV erneuert, was irgendwie wohl dafür spricht, dass er nicht wirklich viel gebracht hat. 

Auch in den folgenden Jahrhunderten gibt es immer mal wieder Hinweise darauf, dass die Leidenschaft für das Golfspiel dazu führte, dass die Leute ihre Pflichten vernachlässigten. Es gibt beispielsweise sogar ein Gemälde von 1896, das Golfer zeigt, die am Feiertag von einigen recht streng und finster dreinblickenden Geistlichen beim Spielen gestört werden und das Protokollbuch der Versammlung der Kirchenältesten in Perth berichtet 1604 von sechs Jungen, die dabei erwischt worden waren, dass sie Golf gespielt hatten, statt in die Kirche zu gehen.

Heute sehen die Schläger, die sogenannten Eisen, natürlich ein wenig anders aus als zu den Anfangszeiten. Eine gewisse Vielfalt prägt das Bild, da es für nahezu jede Situation und jede Schlagvariante bestimmte Eisen gibt. 

Im Basisschläger, der für den Abschlag verwendet wird, haben sich allerdings die Ursprünge des Golfschlägers noch ein wenig in der Bezeichnung erhalten. Das sogenannte Holz besteht heute zwar nicht mehr aus Holz, aber der Name blieb ihm erhalten. 

Vom Wedge (= Keil) hat man vielleicht auch schon einmal etwas gehört, dieser wird für kurze Schläge und die (verzweifelten) Schläge, um aus der Sandgrube, dem Bunker, herauszukommen, verwendet. Auch hier gibt es natürlich diverse Varianten, die wahlweise dem eigenen Stil oder auch den Gegebenheiten Rechnung tragen. 

Und schließlich gibt es noch den Putter, mit dem man vorrangig versucht, den Ball auf dem Boden zielgerichtet vorwärts zu bringen.

 

Um die ganzen verschiedenen Schläger dann auch auf dem Platz zu transportieren, gibt es zwar auch Taschen, allerdings, wenn man sich die Vielzahl der Schläger anguckt und daran denkt, dass diese aus Metall hergestellt sind, wundert es vermutlich nicht, dass es mittlerweile auch kleine Handwagen dafür gibt. Die Caddies, die spätestens bei den Turnieren die Schläger der Spieler tragen, sind aber vermutlich vielen ebenfalls ein Begriff. Immerhin hat auch jemand wie Bernhard Langer, von dem, denke ich, fast jeder schon gehört hat, ebenfalls als Caddie gearbeitet, bevor er zum Golf-Profi wurde. 

 



Die eigentlichen Regeln erläutere ich hier nicht, da ich denke, dass das diesen Rahmen einfach sprengt (und ich selber auch nur abschreiben könnte, was nicht wirklich sinnvoll wäre), aber der Deutsche Golfverband hat eine Seite, auf der man diese gut nachlesen kann, falls jemand doch noch mehr darüber hören möchte. Die Grundzüge des Golfs sind, denke ich, wohl jedem durchaus bekannt. Letztlich geht es darum, den Ball möglichst schnell mittels geschickter Schläge von einem Loch ins nächste zu bringen. Ganz grob formuliert.





Was ich noch interessant finde, ist die Tatsache, dass Golf bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris und 1904 in St. Louis als olympische Sportart vertreten war, dann aber erst wieder 112 (!) Jahre später, sprich bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. In Rio de Janeiro waren dann auch 120 Golfer aus ca. 40 Ländern vertreten. Bei den Olympischen Spielen in Paris "damals"  traten übrigens das erste Mal auch Frauen zum Wettkampf an. 

Sehr nett fand ich, dass der International Golf Federation zufolge, anscheinend Margaret Abbot, eine Amerikanerin, die gemeinsam mit ihrer Mutter gerade Paris besuchte, während dieses Besuchs zu einem Wettkampf antrat und als Siegerin vom Platz ging, den sie für die Pariser Damenmeisterschaften hielt. Erst nach ihrem Tod, 55 Jahre später, wurde bekannt, dass sie tatsächlich die erste weibliche, amerikanische Olympiasiegerin war und es sich bei diesen Damenmeisterschaften um die Olympischen Spiele handelte!


Bei den OlympischenSpielen 1936, war Golf schon keine olympische Disziplin mehr, allerdings lud der deutsche Golfverband Ende August des Jahres Spieler aus 36 Ländern zum "Großen Golfpreis der Nationen" nach Baden-Baden. Dieses Ereignis wird denjenigen schon ein Begriff sein, die bereits die Chance hatten, Ein unmöglicher Mord zu lesen, da dies, genauer das Ergebnis dieses Turniers, keine ganz kleine Rolle in "unserem" Buch hier spielt. Wer den berühmten bernsteingeschmückten Teller, die Trophäe dieses Turniers einmal bewundern möchte, kann einmal *klicken*. 2012 wurde diese Trophäe für stolze 21000 Euro versteigert.

 


Die Gewinnspielfrage

Sommer, Sonne, Golfplatz  - oder doch lieber Strand? Wofür entscheidet Ihr Euch?

 (Es gibt übrigens keine falsche Antwort. Bevor ich zu diesem Schnuppertag entführt wurde, konnte ich mir zum Beispiel nicht ernsthaft vorstellen, dass es irgendwie Spaß bringen könnte, bei Wind und Wetter irgendwelche komischen Metallschläger über einen Golfplatz zu schleppen, aber irgendwie hat es was... )

 Für jede Antwort erhaltet Ihr ein Los. Außerdem gibt es ein weiteres Los pro Teilnehmer und Tag, wenn Ihr in Euren Social Media über die Aktion postet, sprich, pro Tag könnt Ihr auf zwei Lose kommen. Bitte gebt hier dann auch an, wo Ihr über die Blogtour gepostet habt.


Verlost wird je 1 Buch unter 10 Teilnehmern. Das bedeutet: bei 1-10 Teilnehmern gibt es einen Gewinner; bei 11 bis 20 Teilnehmern, 2 Gewinner; bei 21 - 30 Teilnehmern drei und bei über 30 vier Gewinner usw. usw. usw. 

Das Gewinnspiel  läuft bis zum 8. August, am 9. August findet dann die Auslosung statt. Die Gewinner werden auf den teilnehmenden Blogs bekanntgegeben.


Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten.  
Keine Barauszahlung des Gewinns möglich.
Für einen Verlust auf dem Versandweg wird keine Haftung übernommen
und
der Rechtsweg ist wie üblich ausgeschlossen.


 

Copyright für die Bilder liegt bei mir und einem Kollegen meines Mannes, der für uns unsere ersten Versuche auf dem Golfplatz festgehalten hat.

 

Kommentare:

  1. Da ich es nicht so mit Sonne und Strand habe und mich gerade noch so daran erinnern kann, als Kind mals im Urlaub bei einem Schnuppertag Golf mitgemacht zu haben, würde ich mich für Golf entscheiden :-)

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  2. Hallo :)
    Ein wirklich ausführlicher Beitrag. Danke dafür.
    Da ich noch nie Golf gespielt habe würde ich es gern mal ausprobieren. Aber ehrlich gesagt würde ich mich doch immer für den Strand entscheiden.

    Ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Ulrike

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  3. Hallo,

    zuerst einmal dankeschön für diese tolle Blogtour, bei der ich wieder einen neuen Autoren kennenlernen durfte. Und ein supertoller Beitrag. Ich habe noch nie Golf gespielt, ich würde mich aber dann auch lieber für den Strand entscheiden.

    LG Sonja

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