Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen von Kirsten Boie
Verlag
:
Oetinger
ISBN:
9783789120190
Der Klappentext:
Poetisch, erschütternd und berührend: Kirsten Boies Afrika. Lungiles
kleine Schwester Jabu braucht neue Schuhe, damit sie weiter die Schule
besuchen darf. Da niemand Lungiles geflochtene Matten kaufen will,
verkauft sie ihren Körper. Thulani spricht manchmal nachts mit seiner
Mutter, die neben der Hütte begraben ist. Er könnte eigentlich zur
Schule gehen, da Waisen kein Schulgeld bezahlen müssen. Aber niemand
hilft ihm, den Totenschein zu besorgen. Kirsten Boie erzählt vier
Geschichten von Kindern in Afrika, die viel zu schnell erwachsen werden.
Ein wunderbar poetisches und dichtes Buch von berührender Schönheit,
literarisch und sehr persönlich. Mit einem Nachwort der Autorin und
wunderschönen Tafelbildern von Regina Kehn.
Es ist schwer, dieses Buch zu beschreiben, weil mir selber hier auch manches Mal die Worte fehlten.
"Es
gibt Dinge, die kann man nicht erzählen" ist sehr intensiv, obwohl es
nur kurze, fast sachlich geschilderte Geschichten sind, treffen sie den
Leser ins Mark und werfen viele Fragen auf.
Man sitzt fassunglos
davor, wenn man realisiert, dass diese Geschichten, die uns
beschäftigen und uns mit einer Welt hadern lassen, wo solche Dinge
passieren können, für die Kinder dort einfach Alltag sind. Es ist so.
Sie kennen es nicht anders und sie leben damit.
Kurze
Geschichten über das Leben von Kindern, deren Eltern an Aids gestorben
sind, wie viel zu viele Eltern dort, über das Überleben, den
alltäglichen Kampf um Essen, über Kinderprostitution, über die Angst vor
einer eigenen Ansteckung mit "der Krankheit", Geschichten über ein
Land, in dem Aids immer präsent ist und das Leben der Menschen dort
massiv beeinflusst hat.
Fassungslos, hilflos - so fühlte ich
mich nach dem Lesen dieses Buches und trotzdem fand ich es gut, es
gelesen zu haben. Die Kinder und ihr Umgang mit ihrem Schicksal haben
mir großen Respekt abgenötigt, wobei es mich andererseits auch traurig
gemacht hat zu sehen, wie viele Verantwortung auf teilweise doch recht
jungen Schultern lastet.
Meine Tochter (13) hat das Buch
ebenfalls gelesen und sie war ebenfalls sehr beeindruckt. Als Erstes
fielen jedoch viele Fragen an, weil es doch vieles gibt, was für uns aus
unserem Überfluss heraus, schwer vorstellbar und schwer verständlich
ist.
Ich kann dieses Büchlein auf jeden Fall empfehlen,
allerdings ist es nicht unbedingt "leichte Kost" und der Leser oder die
Leserin sollte nicht mehr zu jung sein.
★★★★★