Je suis Charlie

Je suis Charlie

Montag, 6. Juli 2015

Die verbotene Zeit - Claire Winter


Oh, oh, jetzt bin ich doch unerwartet lange nicht dazu gekommen, wieder einmal eine 
Rezension zu posten, dabei habe ich in den letzten Tagen zwar wenig Zeit am PC verbracht,
wo ich sie hätte schreiben können, aber dafür habe ich trotzdem viel gelesen und darunter waren einige wirklich schöne Bücher, wie etwa dieses hier:

 



Die verbotene Zeit von Claire Winter
Verlag : Diana 
ISBN: 9783453291683

 Inhalt: 


Carlas Erinnerungen an die letzten Monate sind wie ausgelöscht. Nach einem schweren Autounfall bemüht sich die junge Frau, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Dabei stößt sie auf die Telefonnummer des Journalisten David Grant. Er behauptet, Carla sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen - Anastasia, die vor fünfzehn Jahren an der Küste von Cornwall spurlos verschwand. Was verheimlicht man ihr? Warum lügen ihre Eltern sie an? Die Suche nach der Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft, aber auch einer schrecklichen Schuld...



"Die verbotene Zeit" ist wieder einmal ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte und das mich auch über die letzte Seite hinaus noch intensiv beschäftigt hat.

Nicht nur, dass es flüssig und gut geschrieben ist, es ist auch unwahrscheinlich intensiv und zieht den Leser in die Handlung hinein. Genauer, in die Handlungen, da es in zwei Zeitsträngen spielt.

Der eine Handlungsstrang ist 1975 angesiedelt und folgt der Journalistin Carla Whiteman bei ihrer Suche nach ihren Erinnerungen. Auf Grund eines Unfalls fehlen ihr die letzten sechs Monate ihres Lebens und auch wenn ihr Mann und ihr Vater ihr erklären, dass in diesen Monaten nichts Außergewöhnliches passiert ist, lässt sie das Gefühl nicht los, dass es wichtig für sie wäre, diese Erinnerungen wiederzufinden.
Ihre Suche führt sie schließlich nach Berlin und über die Erlebnisse ihrer Eltern in die Zeit des Zweiten Weltkriegs.

In dieser Zeit spielt auch der zweite Handlungsstrang, der das Schicksal ihrer Eltern und der Freunde ihrer Eltern, insbesondere ihrer Mutter verfolgt. Hier zeigt die Autorin auf sehr eindringliche Weise, wie sich das Leben für die Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus ganz langsam veränderte, bis irgendwann auch die letzten erkennen mussten, dass die unglaublich erscheinenden Gerüchte über Misshandlungen und Verhaftungen bittere Realität waren und was dies für alle, auch diejenigen, die nicht direkt davon betroffen waren, bedeutete.

Mir gefielen die Protagonisten sehr, insbesondere die Frauenfiguren sind ausgesprochen starke Persönlichkeiten, aber auch die anderen Charaktere bestechen durch ihre Authentizität und ihre Vielschichtigkeit. Dem Leser fällt es leicht, sich mit ihnen zu identifizieren und mit ihnen mitzufühlen - eine Tatsache, die sich bei mir streckenweise auch in einem ansteigenden Taschentuch-Verbrauch bemerkbar machte.
Die Zeit, in der der zweite Handlungsstrang spielt, war keine einfache Zeit und die Autorin erspart dem Leser wenig, diese Geschehnisse werden jedoch auf eine sensible und respektvolle Weise dargestellt, die den Leser wissen lässt, was passiert, ohne jedoch das Leiden der Betroffenen detailliert zu schildern.

"Die verbotene Zeit" ist ein Buch, das von kleinen Momenten und großen Entscheidungen lebt, das von sympathischen und starken Charakteren getragen wird und dessen Geschichte mich von der ersten Seite in ihren Bann gezogen und bis lange nach der letzten Seite nicht losgelassen hat.

 ★★★★★



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen