Je suis Charlie

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Freitag, 3. Oktober 2014

Wenn du dich traust - Kira Gembri




Wenn du dich traust von Kira Gembri
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.

Der Klappentext

Lea zählt - ihre Schritte, Risse im Asphalt, die Erbsen auf ihrem Teller. Seit sie wegen ihrer Zwangserkrankung in einer Klinik gelandet ist, zählt sie aber vor allen Dingen eins: die Tage, bis sie endlich wieder von dort verschwinden kann.
Zumindest in diesem Punkt hat sie etwas mit Jay gemeinsam. Vom Jugendgericht zu Sozialstunden verdonnert, kann sich der 20-jährige Bad Boy nichts Schlimmeres vorstellen, als in einer Klapsmühle den Wischmopp zu schwingen. Damit nicht genug, wird er im Büro der Klinikleitung auch noch von Lea beim Klauen erwischt. Anstatt ihn anzuzeigen, schlägt sie ihm allerdings einen Handel vor. Im Tausch gegen ihr Stillschweigen - und eine wertvolle Halskette - lässt er sich zähneknirschend darauf ein ...

Ein Liebesroman für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren.



Ich muss ja gestehen, als Erstes trieb mich die Neugierde dazu, die Leseprobe zu lesen, aus der dann ganz schnell das ganze Buch wurde.
Die Autorin kannte ich schon von ihrem Buch "Verbannt zwischen Schatten und Licht" und wusste, dass ich ihren Schreibstil mag und auch die Geschichte dazu schön fand, aber aus persönlicher Erfahrung mit einer derartigen Erkrankung  heraus, war ich doch sehr skeptisch, wie es ihr gelingen sollte, eine so schwierige Erkrankung wie eine Zwangsstörung und eine Liebesgeschichte auf überzeugende Weise in einem Buch stimmig zu verarbeiten.

Kurz und gut - es ist ihr gelungen. Auf schonungslos ehrliche, aber dennoch sensible Weise, schafft Kira Gembri es, die Problematik und die Schwere der psychischen Erkankung darzustellen und trotzdem auch die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Lea und Jay überzeugend wachsen zu lassen. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, dass die Krankheit unterschätzt würde und trotzdem wird die Hoffnung und die Möglichkeit aufgezeigt, ein normales Leben führen zu können.
Auch  Jay bringt sein Päcklein an Problemen mit und gemeinsam beginnen die Beiden, sich ihren Ängsten zu stellen und sich eine Zukunft zu bauen.
Die Protagonisten sind authentisch und liebenswert, sie haben Ecken und Kanten und als Leser muss man sich auf sie einlassen, um zu verstehen, warum sie so geworden sind, wie sie heute sind.

Gemeinsam mit Jay steht man manchmal hilflos da und versucht, Lea beizustehen, aber auch Jay macht es einem nicht immer leicht, auch um ihn und mit ihm bangt man manches Mal, zumal er definitiv die Neigung hat, sich mit den falschen Leuten einzulassen.

Ich finde es sehr gelungen, in welcher Weise die Krankheit hier thematisiert wird. Es wird nicht um den heißen Brei herumgeredet, sondern die Dinge werden beim Namen genannt, auch dies aber auf eine respektvolle und verständnisvolle Art - auch wenn Jay und seine Freunde es manchmal noch ein wenig an einfühlsamen Formulierungen fehlen lassen.
Eine Zwangsstörung als Thema ist potentiell ein heißes Eisen, da es durch die dazugehörigen intensiven Emotionen immer eine Gratwanderung ist, ob man jemandem mit seiner Sicht und seiner Meinung zu Nahe tritt. Dennoch wirkt es durchaus entwaffnend, wenn Lea Jay irgendwann erklärt, als er sie fragt, was sie denn meine, in was für Geschäfte er verwickelt sei: "Jay, ich bin verrückt. Nicht bescheuert." Die Offenheit und der Humor, mit denen die Dinge beim Namen genannt werden, sorgen dafür, dass trotz der nicht ganz einfachen Thematik, das Buch zwar authentisch, aber trotzdem positiv bleibt.

Mir hat das Buch sehr gefallen und ich kann es auf jeden Fall empfehlen!

 ★★★★★ 

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