Je suis Charlie

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Montag, 27. November 2017

Mann backt Glück von Marian Moschen








Bei diesem Buch bin ich hinsichtlich der Bewertung sehr zwiegespalten.
Eigentlich war ich hin und weg, als ich die ganzen tollen Rezepte gesehen habe und plante wahre Backorgien. So lange allerdings nur, bis ich die ersten beiden Rezepte nachgebacken hatte.


Geschmacklich sind die Endprodukte gut, keine Frage, aber bei beiden Rezepten waren die Angaben fehlerhaft und ohne entsprechendes Vorwissen um Backzeiten und Zutaten, wären die Sachen gar nichts geworden. Bei einem Rezept kann so etwas passieren, aber ausgerechnet bei beiden Rezepten, die ich bisher probiert habe? Das lässt mich einfach befürchten, dass es bei den anderen Rezepten ähnlich aussieht und ich muss gestehen, dass mir daraufhin erst einmal die Lust am Backen verging.

Mein erster Versuchen waren die Lavacakes:


Hier stolperte ich darüber, dass kein Backpulver oder überhaupt irgendein Backtriebmittel erwähnt wurde. Eine Suche im Netz ergab, das alle anderen Rezepte für Lavacakes Backpulver enthalten, also gab ich vorsichtshalber Backpulver dazu. So weit, so gut.

Normalerweise muss ich bei meinem Ofen aufpassen, dass Backwaren nicht zu schnell zu dunkel werden und sie häufig kürzer und bei weniger Hitze als angegeben abbacken. Dies habe ich hier nicht gemacht, guckte allerdings etwas komisch, als nach den angegebenen sieben bis acht Minuten noch nicht wirklich viel gebacken war. Ich habe die erste Fuhre Lavacakes also gut zehn Minuten drin gelassen, um dann festzustellen, dass sie viel zu roh waren und doch noch deutlich länger benötigit hätten. Den gewünschten Lavacake-Effekt, bekam ich erst, als ich die Cakes doppelt so lange im Ofen ließ wie im Rezept angegeben. Geschmacklich waren sie allerdings sehr genial.

***

Als nächsten ging ich dann daran, die Marzipan-Mandel-Cookies zu testen.
Hier war dann so viel, was nicht passte, dass ich nachher schlichtweg frustriert war. Geschmacklich ist das Ergebnis wieder sehr gut, aber die Beschreibung passt hinten und vorne nicht.


Laut Beschreibung soll ich aus zweihundert Gramm Marzipanrohmasse Kugeln mit einem Durchmesser von drei Zentimetern formen. Diese Kugeln sollen dann mit Teig umhüllt und dann in gehackten Mandeln gewälzt werden. Anschließend werden die Kugeln leicht platt gedrückt und gebacken. Er werden so viele Cookies zubereitet, wie sich aus dem Teig ergeben. 

 ***

Nun ja. Der Teig soll die Kugeln umschließen, also bestimmt die Anzahl der Kugeln letztlich ja die Menge der Cookies. Ich habe angesichts des Ungleichgewichts von Marzipanmasse (200g) und Teigmenge (alles in allem fast 800g), die Größe der Kugeln halbiert und bekam acht Kugeln. Sonst wäre jede der Marzipankugeln mit knapp 200g Teig umhüllt gewesen. Da diese Cookies auch noch sehr weit auslaufen, hatte ich auch so zwei Bleche nahezu kommplett voll, allerdings waren auf jedem der Bleche nur vier Cookies. Und irgendwo in der Mitte oder zum Rand hin, wie ein kleines Spiegelei, fand sich die Marzipankugel. 

 Auch hier musste ich trotz der generellen Tendenz meines Backofens die Backzeit sogar deutlich verlängern, damit die Cookies auch nur annähernd gebräunt aussahen. Da ich keine ungeschälten Mandenln da hatte, habe ich blanchierte gehackte Mandeln verwendet, allerdings hätte es optisch vermutlich wenig Unterschied gemacht, da die gehackten Mandeln sowieso im Teig versunken sind. Insgesamt schmecken die Cookies gut, zwar sehr fett, aber wirklich gut, optisch haben sie allerdings mit den kleinen, deutlich luftiger aussehenden Cookies auf den Fotos im Buch nicht wirklich viel gemeinsam. 

Vermutlich werde ich in Zukunft auch noch mal Rezepte aus dem Buch ausprobieren, da wirklich schöne Rezepte drin sind, aber in diesem Moment mag ich nicht mehr weiter experimentieren.

Drei Sterne, weil der Geschmack immer stimmt und für das Potential, empfehlen kann ich das Buch allerdings nur Leuten, die selber genug Erfahrung haben, um gegebenenfalls ungenaue Angaben zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.





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